Speziell diese beiden Gefühle verdienen mehr Aufmerksamkeit, weil sie in der Selbstoptimierungskultur besonders stark verteufelt werden.
Versagensangst wird behandelt wie ein Feind, den man besiegen muss. Dabei ist sie ein Hinweis auf das Gegenteil von Gleichgültigkeit. Wer nichts riskiert und nichts will, hat keine Versagensangst. Du hast sie, weil etwas in dir weiss, was möglich ist, und gleichzeitig weiss, dass es zählt. Diese Energie ist nicht dein Gegner. Wenn du lernst, sie zu spüren, statt sie zu bekämpfen, wird sie zum Antrieb.
Faulheit ist eines der am meisten missverstandenen Signale, die der Körper schickt. In einer Gesellschaft, die permanente Produktivität als Tugend feiert, gilt Faulheit als moralisches Versagen. Aber ein Körper, der sich faul anfühlt, ist oft ein Körper, der überreizt, unterversorgt oder schlicht erschöpft ist. Er signalisiert: Ich brauche jetzt Erholung, keine weitere Anforderung.
Wenn du das nächste Mal Faulheit spürst, probiere Folgendes: Lass es da sein, ohne es sofort zu bewerten. Setz dich hin, leg dich hin, atme. Und dann frag dich, was dein Körper gerade wirklich braucht. Sehr oft stellt sich heraus, dass es nicht Faulheit ist, sondern ein tiefer Wunsch nach Stille, nach Verbindung, nach Erholung, der endlich gehört werden darf.