Perform2Balance Blog · Simracing

Mein Simracing-Tagebuch

Ich nutze Simracing als Mental Performance Lab: ein Ort, an dem Lernen, Druck, Körperzustand und Fokus sofort sichtbar werden. Die Frage ist nicht nur, wie schnell eine Runde ist, sondern wie ich unter echten Rennbedingungen immer wieder zurück in eine gute Handlung komme.

Aktualisiert am

Fokussierter Fahrer in einem Simracing-Cockpit

Kurz: Nach einer zähen Phase finde ich am Red Bull Ring wieder Anschluss: 1:32.043, P5 im Qualifying und die viertschnellste gültige Rennrunde meines Splits. Anruf und Dreher kosten Plätze. Dass ich gelassen bleibe und direkt danach meine Bestzeit fahre, bedeutet mir heute mehr als P8 am Schluss.

Mich interessiert beim Simracing nicht nur das Endresultat. Mich interessiert, was im Kopf und im Körper passiert, wenn ein Fehler kommt, wenn ein Rennen früh kaputt wirkt oder wenn ich an einem Tag nicht ganz fit bin. Das Feedback kommt sofort: Rundenzeit, Rating, Safety Rating, Rennverlauf, Körpergefühl. Genau deshalb ist es ein starkes Übungsfeld.

Wenn du die Zahlen genauer sehen willst: Die detaillierten Renndaten stehen auf einer eigenen Seite mit offiziellen Race-Links, Rundenzeiten, Rating-Entwicklung und den wichtigsten Learnings pro Rennen.

Detaillierte Renndaten öffnen

Red Bull Ring: Ich komme wieder näher ran

Eine Weile war es ziemlich zäh. Ich wurde zwar schneller, aber in den Rennen hatte ich oft das Gefühl, kaum mit jemandem mithalten zu können. Und meine Erwartungen waren inzwischen höher: Am Anfang war ich froh, wenn ich nicht Letzter wurde. Jetzt wollte ich wirklich mitfahren. Wenn das dann nicht klappte, fühlte es sich schnell nach Rückschritt an.

Am Red Bull Ring war dieses Racing-Feeling wieder da. Die Strecke macht mir richtig Spass. Nach zwei kurzen Trainingsblöcken stand ich bei 1:34.0, im ersten Rennen dann bei 1:32.361 und P7 von 18. Gegen Ende kam ich an zwei Fahrer vor mir heran und konnte dranbleiben. Genau dahin wollte ich.

Der nächste Tag war anders. Ich war wandern gewesen, früh aufgestanden und müde. Schon im Qualifying fehlte die Konstanz, ich drehte mich und startete nur von P17. Im Rennen gab es trotzdem gute Duelle und am Ende P9 von 22. Die gültige Bestzeit war langsamer. Es fühlte sich oft so an, als wäre ich nah dran, aber die kleinen Fehler kamen immer wieder.

Am 4. September fühlte ich mich nach vielen kurzen Ruhephasen am Abend deutlich fitter. Ich hatte über den Tag verteilt ungefähr zehn Powernaps von je zehn Minuten gemacht. Das ist meine persönliche Beobachtung zu diesem Tag. Wie viel davon die Erholung erklärt und wie viel Übung, Strecke oder Rennbedingungen, lässt sich aus diesen Rennen allein nicht trennen.

Im Qualifying wurde ich Fünfter. Im Rennen war ich auf P5 mit Anschluss nach vorne, als mein Kumpel anrief. Ich nahm ab und plötzlich war der Spielbildschirm weg. Der Anschluss war erst einmal verloren. Ich kam wieder etwas ran, verlor später aber auch durch eigene Fehler Zeit. In Runde 12 drehte ich mich deutlich.

Was mich daran freut: Ich blieb gelassen. Mein Kumpel hat das sogar angesprochen. Direkt nach dem Dreher fuhr ich in Runde 13 meine neue Bestzeit: 1:32.043. Am Ende wurde es P8 von 16. Natürlich hätte ich das Ergebnis lieber ohne diesen Fehler ins Ziel gebracht. Aber mir ist die langfristige Entwicklung inzwischen wichtiger als der Schlussrang heute. Ich merke, dass sich diese Haltung langsam festigt.

Auch die Daten passen zu diesem Gefühl: viertschnellste gültige Bestlap im eigenen Split, 0.318 Sekunden schneller als zwei Tage zuvor. Zur älteren GT3-Archivzeit von 1:28.143 fehlen 4.42%. Ich bin noch nicht dauerhaft vorne dabei, aber ich komme näher ran. Dabei hilft mir, dass mir die Strecke liegt und ich bei schnelleren Fahrern Linien und Bremspunkte abgeschaut habe.

Vier Tage am Red Bull Ring

Vier Tage am Red Bull Ring
Die Kurve enthält die berichteten Trainingszeiten und die gültigen Rennbestzeiten. Der langsamere 3. September gehört zur Entwicklung.
Red Bull Ring: drei Rennen, unterschiedliche Ausgangslagen
Datum Start → Ziel Gültige Bestzeit Abstand zu 1:28.143 Grid / Safety Δ Rennkontext
02.09. P7 → P7 / 18
Split 1, 13 Runden
1:32.361 +4.79% +33 / +1.01 Viel Freude und Anschluss im Rennen; früher Startkontakt, mit Schaden weitergefahren.
03.09. P17 → P9 / 22
Split 2, 14 Runden
1:33.507 +6.09% 0 / +0.22 Wandertag, frühes Aufstehen, müde. Qualifying-Dreher; im Rennen Kontakt und mehrere kleine Fehler.
04.09. P5 → P8 / 16
Split 2, 14 Runden
1:32.043 +4.42% +5 / +0.91 Nach ca. zehn Powernaps à zehn Minuten deutlich fitter gefühlt. Anruf auf P5, später Dreher; ruhig geblieben.

Meine Pace-Entwicklung auf den bisherigen Strecken

Wie sich der Abstand zur Spitze verändert

Wie sich der Abstand zur Spitze verändert
Verglichen werden gültige Trainings- beziehungsweise Rennzeiten. Die Herkunft der Referenz steht in der Tabelle. Unterschiedliche Patches, Autos, Setups und Bedingungen begrenzen den Vergleich zwischen Strecken.
GT3: Einstieg und bester gültiger Stand, jeweils mit derselben Referenz gerechnet
Strecke Einstieg Bestzeit Referenz Abstand vorher → jetzt Verbesserung
Suzuka 2:10.812
18.06., erstes GT3-Rennen
2:07.300
21.08., gültiges Training laut Rückmeldung
1:58.323
Archivierte GT3-Round-Referenz
+10.56% → +7.59% 3.512 s
Spa 2:26.100
23.06., erstes gültiges Training
2:21.543
28.06., Rennbestzeit
2:14.742
Archivierte GT3-Round-Referenz
+8.43% → +5.05% 4.557 s
Sebring 2:11.200
01.07., erstes gültiges Training
2:04.101
01.07., drittes Rennen
1:58.200
GT3-Round, volle Renndistanz
+11.00% → +4.99% 7.099 s
Kyalami 1:45.500
11.07., erstes GT3-Training
1:44.547
15.07., Rennbestzeit
1:39.300
Beobachtete GT3-Marke von Tobias; kein verifizierter Rekord
+6.24% → +5.28% 0.953 s
Watkins Glen 1:49.680
29.07., erstes Online-Rennen
1:48.828
02.08., Rennbestzeit
1:42.951
Schnellste sichtbare Runde beider Splits
+6.54% → +5.71% 0.852 s
Nürburgring GP 2:02.700
03.08., erstes gültiges Training
1:58.857
06.08., drittes Rennen
1:52.560
GT3-Round, 113 ausgewertete Rennen
+9.01% → +5.59% 3.843 s
Road Atlanta 1:28.700
12.08., erste gültige Trainingsrunde
1:22.260
14.08., erstes Rennen
1:16.911
Schnellste sichtbare Runde beider Splits
+15.33% → +6.95% 6.440 s
Red Bull Ring 1:37.900
01.09., erstes Kurztraining laut Rückmeldung
1:32.043
04.09., drittes Rennen
1:28.143
Ältere GT3-Qualifying-Archivzeit; anderer Patch möglich
+11.07% → +4.42% 5.857 s

Berechnung: (meine Zeit ÷ Referenzzeit − 1) × 100. Das ist ein Zeitabstand, kein Prozentrang unter allen Fahrern. Die Referenzen stammen aus den bisherigen Auswertungen, nicht aus einem vollständigen All-Time-Leaderboard. Für jeden Streckenverlauf bleibt die Referenz gleich, damit eine neue fremde Bestzeit meine eigene Verbesserung nicht verdeckt.

Spa ist dabei sauber getrennt: Die erste Orientierung mit 2:28.8 war ungültig. Zur gültigen 2:26.1 beträgt der Fortschritt 4.557 Sekunden. In Sebring bleibt die gültige Bestzeit 2:04.101; die 2:03.645 zeigt Potenzial, zählt aber nicht als neuer Rekord.

Grid und Safety erzählen unterschiedliche Geschichten

Mein Grid Rating liegt bei 2'007, die Safety bei D 36.93. Das Grid hat den Juli-Höchststand noch nicht wieder erreicht. In den drei Red-Bull-Ring-Rennen kamen zusammen +38 Grid und +2.14 Safety dazu. Für mich ist das ein erfreulicher neuer Abschnitt nach einigen zähen Wochen.

Grid Rating: Aufbau, Rücksetzer und neuer Anschluss

Grid Rating: Aufbau, Rücksetzer und neuer Anschluss
Letzter dokumentierter Stand: 2'007. Der bisherige Höchststand liegt bei 2'111. Die Punkte zeigen dokumentierte Anzeigen; die gestrichelten Verbindungen sind keine vollständige Rennhistorie.

Safety Rating bis D 36.93

Safety Rating bis D 36.93
Nur dokumentierte absolute D-Werte sind eingezeichnet. Frühe Angaben wie +1.48 oder +0.65 sind Rennänderungen und werden nicht als absolute Werte verbunden. Für Road Atlanta ist nur ein Delta belegt; dort bleibt die Kurve offen.
Dokumentierte absolute Rating-Stände
Datum Session Grid Safety
18.06. EVO-Einstieg 1'960 nicht belegt
19.06. Suzuka 1'940 nicht belegt
21.06. Suzuka / Imola 2'082 nicht belegt
28.06. Spa 2'066 D 27.71
01.07. Sebring 2'111 D 29.80
02.07. Sebring 2'073 D 32.89
03.07. Sebring 2'044 D 34.35
04.07. Sebring 2'059 D 36.85
05.07. Sebring 2'006 D 37.10
09.07. Suzuka GT4 1'994 D 37.13
14.07. Kyalami 2'040 D 38.36
15.07. Kyalami 2'045 D 37.63
29.07. Watkins Glen 2'046 D 37.49
02.08. Watkins Glen 2'024 D 36.95
04.08. Nürburgring 2'001 D 36.79
05.08. Nürburgring 1'986 D 34.99
06.08. Nürburgring 1'976 D 35.23
14.08. Road Atlanta: nur Delta +7 / +0.44 nicht belegt nicht belegt
02.09. Red Bull Ring 2'002 D 35.80
03.09. Red Bull Ring 2'002 D 36.02
04.09. Red Bull Ring 2'007 D 36.93

Was ich bisher gelernt habe

Das ist der eigentliche Kern. Jede Erkenntnis steht kurz da. Wer tiefer rein will, klappt die Details auf.

Ich lese die Daten als Trainingsspuren: Zeiten, Rating, Safety, Rennverlauf und Körpergefühl. Entscheidend ist nicht eine einzelne Zahl, sondern das Muster, das über mehrere Rennen sichtbar wird.

1. Konstanz macht Pace erst wertvoll

Eine schnelle Runde ist gut. Im Rennen zählt aber, ob ich diese Pace nutzen kann, ohne mich durch Dreher, Frust oder schlechte Entscheidungen wieder selbst rauszunehmen.

Tiefer
Was sichtbar wird

In Barcelona landeten mehrere Fahrer mit schnellerer Einzelrunde hinter mir. In Spa sieht man die nächste Stufe: Am 28.06. fuhr ich 2:21.543, hatte keine Dreher mehr und holte +15 Grid Rating sowie +0.42 Safety Rating. Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit P10: Eine leicht schnellere Bestlap reicht nicht automatisch, wenn Track Position, Qualifying und Rennablauf noch nicht sauber genug sind. Genau dort liegt der nächste Entwicklungsschritt.

Meine Sicht

Ich will schneller werden, aber ich will die Geschwindigkeit auch ins Ziel bringen. Das beste Rennen entsteht für mich nicht aus einer einzelnen perfekten Runde, sondern aus vielen guten Entscheidungen hintereinander.

Ein Dreher und die Runde danach

Ein Dreher und die Runde danach
Am 4. September folgt auf die 1:56.787 in Runde 12 direkt die neue Bestzeit 1:32.043. Die vollständigen Zeiten und der Vergleich der drei Rennen stehen bei den Renndaten.

2. Lernen heisst: beobachten, prüfen, testen

Ich lerne schneller, wenn ich drei Dinge verbinde: gut genug erholt reingehen, bessere Fahrer beobachten und meine eigenen Wahrnehmungen konkret testen.

Tiefer
Was sichtbar wird

Auf Spa wurde der Lernprozess besonders sichtbar. Zuerst stand eine Orientierung bei 2:28.8, dann eine gültige 2:26.1, später 2:24.6, danach 2:23.994 im Rennen und am 28.06. eine offizielle 2:21.543. Der Sprung kam nicht einfach durch mehr Pushen. Ein konkreter Hebel war die Beobachtung, dass das Auto in bestimmten Kurven instabil wurde. Die Hypothese: Runterschalten mitten in der Kurve bringt Unruhe ins Heck. Danach wurde der Schaltzeitpunkt verändert, und im nächsten Rennen waren die Dreher in dieser Zone weg.

Meine Sicht

Ich schaue mir Linien und Bremspunkte ab, aber ich brauche danach mein eigenes Gefühl im Auto. Wenn ich etwas bemerke, etwa Instabilität beim Runterschalten, prüfe ich es und teste eine konkrete Änderung. Genau dieser Kreislauf bringt mich weiter: beobachten, nachfragen, ausprobieren, wieder messen.

3. Nach Rückschlägen den Fokus wechseln

Wenn ein Rennen früh kaputt wirkt, kommt kurz der Impuls: aufgeben, ärgern, innerlich aussteigen. Genau dort wird es interessant. Ich nehme den Impuls wahr und stelle die Aufgabe um: weiter trainieren, sauber fahren, die nächste Kurve lösen.

Tiefer
Was sichtbar wird

Das Muster ist inzwischen klar: Fremdkontakt, Schaden, Fuel-Fehler oder Boxenstart müssen nicht das Ende des Lernwerts sein. In Spa kam nach massivem Schaden trotzdem eine 2:23.994. Am 28.06. wurde das Qualifying gestört und der Start war wieder unruhig, trotzdem blieb das Rennen verwertbar: P11 von 25, 2:21.543, +15 Grid Rating, +0.42 Safety Rating. Der Fortschritt liegt im Wechsel der Frage: nicht "Wie rette ich jetzt noch das perfekte Ergebnis?", sondern "Was kann ich ab jetzt noch trainieren?"

Meine Sicht

Ich weiss vorher schon, dass unklare oder ungerechte Situationen etwas in mir auslösen. Deshalb geht es nicht darum, gar nichts zu spüren. Ich spüre es, beobachte es und greife dann wieder an. Das Ziel liegt nicht vollständig in meiner Kontrolle. Meine nächste saubere Handlung schon.

4. Der Körper fährt den Auftrag, den ich ihm gebe

Wenn der Kopf nur Gefahr meldet, wird der Körper eng. Wenn der Auftrag klar ist, wird die Bewegung ruhiger: Blick, Bremspunkt, Linie, nächste Kurve.

Tiefer: das Werkzeug dahinter

Wenn etwas schiefgeht, formuliert der Kopf oft einen Verhinderungsauftrag: „Jetzt bloss nicht wieder drehen." Die Aufmerksamkeit klebt dann am Fehler. Besser wirkt ein Bewegungsauftrag: früher schalten, Bremse ruhiger lösen, Blick zum Kurvenausgang, sauber rausbeschleunigen.

Typischer KopfauftragBesserer Auftrag
Ich darf jetzt keinen Fehler machen.Ausatmen. Blick zur nächsten Kurve. Eine saubere Linie.
Dieses Projekt darf nicht scheitern.Diese Woche bringe ich einen sichtbaren Fortschritt.
Ich darf mich hier nicht wieder drehen.Schalten vor dem Einlenken. Bremse ruhig lösen. Kurvenausgang sehen.

5. Wie fit ich mich fühle, gehört mit ins Bild

Ich erlebe oft, dass mir erholt mehr gelingt. Müdigkeit, Anspannung und fehlendes Vertrauen schreibe ich deshalb mit auf. Die Rennen helfen mir, diese Beobachtung zu prüfen; sie beweisen allein noch nicht, wodurch eine bessere oder schlechtere Zeit entstanden ist.

Tiefer
Was sichtbar wird

Die bisher stärksten Entwicklungstage passen häufig zu mehr verfügbarer Kapazität. Am 21.06. kamen gute Vitalwerte mit dem grössten Rating-Sprung zusammen. Die 2:23.994 in Spa kam nach einem bewussten Mittagsschlaf. Am 28.06. war der Morgen durch Bauchschmerzen, Hitze und Darmbelastung geprägt; nach Powernaps und besserem Gefühl am Abend kam trotzdem die 2:21.543. Für mich ist daraus die klare Arbeitsregel entstanden: Körperzustand ernst nehmen, aber nicht als Ausrede benutzen. Er entscheidet mit, welche Strategie an diesem Tag sinnvoll ist.

Meine Sicht

Wenn ich richtig fit bin, kann ich mehr riskieren und schneller lernen. Wenn ich nicht ganz frei bin, brauche ich mehr Geduld. Dann ist das Ziel nicht, mit Gewalt eine Bestzeit zu erzwingen, sondern stabil genug zu fahren, damit überhaupt ein guter Lernprozess entsteht.

6. Wettkampf bleibt Trainingszeit

Ich will gute Ergebnisse. Aber der direkte Weg dorthin ist nicht, das Ergebnis zu kontrollieren. Der direkte Weg ist, jede Rennsituation als Trainingsfeld zu nutzen.

Tiefer
Was sichtbar wird

Im Rennen liegt nie alles im eigenen Einflussbereich. Jemand kann mich abschiessen, ich kann aus der Box starten müssen, ein Setup kann nicht passen. Was bleibt, ist der Trainingsauftrag: Linie verbessern, Bremspunkt prüfen, sauber hinter schnelleren Fahrern mitgehen, Fehlerstelle isolieren, bis zum Ende weiterfahren. Genau so entsteht am Ende oft trotzdem das bestmögliche Ergebnis aus der Situation.

Meine Sicht

Wenn ich abgeschossen werde, ist das Rennen nicht automatisch wertlos. Wenn ich überrundet werde, kann ich die Linie der Schnelleren lesen. Wenn ich kein Topresultat mehr holen kann, kann ich trotzdem die Strecke besser lernen. Das gilt genauso im Sport: Auch ein Fussballspiel, das du nicht mehr gewinnst, bleibt Trainingszeit für Pässe, Zweikämpfe, Abschlüsse und Entscheidungen.

Spa als sichtbare Lernkurve

Spa bleibt einer der klarsten bisherigen Entwicklungspunkte. Innerhalb weniger Tage wurde aus einer ersten Orientierung eine echte Rennpace. Das Spannende ist nicht nur der Peak von 2:21.543, sondern der Weg dorthin: Video schauen, selbst fühlen, Fehlerstelle erkennen, Schaltverhalten ändern, stabiler fahren.

2:28.8 → 2:21.543von Orientierung zu offizieller Rennbestzeit
4.557 sschneller als die erste gültige Spa-Zeit
P11 / 2528.06., trotz Kontakt im Qualifying und Start
2'066damaliger Grid-Stand am 28.06.
DatumMarkerZeitWas daran zählt
23.06.erste Orientierung2:28.8noch nicht sauber, aber der Startpunkt
23.06.erste gültige Referenz2:26.1ab hier messbarer Fortschritt
23.06.Training2:24.6Linie und Bremspunkte greifen besser
25.06.offizielle Rennbestzeit2:23.994Bestzeit nach Schaden und Reparatur
28.06.offizielle Rennbestzeit2:21.543neue Pace-Zone, keine Dreher mehr
28.06.Training nach dem Rennen2:21.9Bestätigung, dass es kein einzelner Ausreisser war

Die ersten ACC-Rennen über Low Fuel Motorsport stehen weiter unten im Wochenverlauf. Sie zeigen den Startpunkt: tiefes Rating, erste Top-10-Ergebnisse und die ersten Belege dafür, dass Konstanz auch ohne Toppace Resultate bringen kann.

Die vollständigen Rennen mit Quellen, Rating-Änderungen und Kontext stehen im EVO-Rennarchiv.

Die bisherigen Phasen

Vom aktuellen Red Bull Ring zurück bis zum Anfang. Auch Trainingsphasen und Rückschritte gehören dazu.

Aktuell · EVO, Nürburgring, Road Atlanta, Suzuka-Rückkehr und Red Bull RingPace & Fehler

Nach Spa und Sebring kam die nächste Ebene: nicht mehr nur neue Strecken irgendwie überleben, sondern frühere Strecken wiedersehen und prüfen, ob das Grundniveau wirklich gestiegen ist. Genau das wurde auf Suzuka sichtbar: alter gültiger GT3-Benchmark 2:08.223, neue gültige Trainingszeit 2:07.3. Als neuer Kurzmarker kam am 01.09. der Red Bull Ring dazu: in rund 10 Minuten von 1:37.9 auf 1:35.5. Am 02.09. folgte direkt die 1:34.0, danach im Rennen 1:32.361 und P7 von 18. Am 03.09. kam der Gegenpol: nach Wandern, frühem Aufstehen und mehr Müdigkeit Start P17 nach Qualifying-Dreher, dann P9 von 22. Am 04.09. kam ein neuer Pace-Marker: P5 im Qualifying, P8 von 16, 1:32.043 und direkt nach dem späten Dreher wieder die schnellste eigene Runde. Das ist kein perfektes Rennpaket, aber ein sehr gutes Entwicklungszeichen.

DatumStreckeMarkerWas dahintersteckt
03.-06.08.Nürburgring GP2:02.7 → 1:58.857Von kurzer Orientierung zu offizieller 1:58er-Pace. P12 in Split 1, aber weiterhin Abstand zur Spitze.
12.-14.08.Road Atlanta GP1:28.7 → 1:22.260Sehr schneller Lernsprung. Erstes Rennen P8 von 14, Ergebnis durch zwei Reparaturphasen verzerrt, aber neue gültige Bestzeit und Optimal Lap 1:21.471.
21.08.Suzuka GP2:08.223 → 2:07.3Erste wiederholte EVO-Strecke. Das frühere Lernen war nicht weg, sondern kam direkt zurück und wurde verbessert.
01.-02.09.Red Bull Ring Österreich1:37.9 → 1:35.5 → 1:34.0 → 1:32.361Zwei kurze Trainingsblöcke nach einer Fahrpause, dann P7 / 18 im Rennen. Praktische Wochenreferenz ca. 1:29.5; härtere Archivspitze 1:28.143. Abstand zur Archivspitze: +4.218 s / +4.79%. Das erste Anschlussziel 1:33.0 wurde im Rennen unterboten.
03.09.Red Bull Ring ÖsterreichP17 → P9 / 22 · 1:33.507Nach Wandertag, frühem Aufstehen und Müdigkeit weniger Pace-Zugriff. Schon im Qualifying keine Konstanz: Dreher in der zweitletzten Kurve, keine dritte Runde. Trotzdem Split 2, 14 Runden, keine Penalty Points, Safety +0.22 und eine ungültige 1:32.724 als Hinweis, dass die Geschwindigkeit grundsätzlich da war.
04.09.Red Bull Ring ÖsterreichP5 Qualifying · P8 / 16 · 1:32.043Neue eigene Bestzeit und viertschnellste Bestlap im Split. Zwischenzeitlich P5 mit Anschluss zur Spitze, dann Telefonunterbruch, später grosser Dreher in Runde 12 mit 1:56.787. Danach sofort 1:32.043. Sehr guter Pace-Marker, aber das Rennen zeigt auch: Tempo muss noch sicherer ins Ziel.

Der mentale Punkt ist neu: Früher war nicht Letzter werden schon ein Erfolg. Jetzt entsteht Frust, weil die eigene Messlatte mitgewachsen ist. Und genau dort ist der Red Bull Ring spannend: Nach einer Tiefphase kam nicht einfach ein perfektes Rennen, sondern ein Rennen mit frühem Schaden, zersplitterter Scheibe und trotzdem klarer Pace bis zum Ende. Danach folgte ein müderer Tag mit Start P17 und P9. Und dann Race 158: richtig gute Pace, ein Telefonanruf auf P5 mit Anschluss zur Spitze, ein Dreher, der ein viel besseres Ergebnis kostet, und trotzdem Ruhe statt Kippen. Daran sehe ich: Fortschritt ist real, aber er wird erst wertvoll, wenn ich ihn auch unter Störung, Rennspannung und eigenen Fehlern stabil ins Ziel bringe.

Fairerweise gehört dazu: Der Red Bull Ring liegt mir, ich kenne die Strecke besser als manche neuen Strecken und ich habe bei anderen Fahrern abgeschaut, wie sie einzelne Passagen fahren. Genau das macht den Fortschritt aber nicht kleiner. Es zeigt eher, wie Lernen funktioniert: bessere Referenzen aufnehmen, die Linie breiter anlegen, später sauber reinziehen, Details verstehen und dann spüren, wie aus Wissen langsam Tempo wird.

Juli · Sebring, neue Autos und das erste Kyalami-PodestLernen & Duelle

In Sebring fiel die erste gültige Trainingszeit von 2:11.2 innerhalb des ersten Renntags bis auf 2:04.101. Danach kam die ernüchternde Phase: Ich wollte das neue Niveau sofort bestätigen, fand aber nicht in jeder Session dieselbe Leichtigkeit. Eine 2:03.645 war schneller, allerdings ungültig. Beim Nachschauen wurde klar, wie leicht ich meine Erinnerung an die Bestzeit mit dem tatsächlichen Rekord vermischte.

Am 3. Juli hielt ich mich laut meiner Erinnerung lange auf P3. Einen Tag später war bis kurz vor Schluss P5 möglich. Dreher beziehungsweise ein zu aggressiver Zweikampf kosteten beide Ergebnisse. Trotzdem war neu, dass ich überhaupt länger so weit vorne mitfahren konnte. Der nächste Schritt war, solche Rennen auch zu Ende zu bringen.

Mit GT2, GT4 und dem BMW habe ich zwischendurch einfach ausprobiert und Spass gehabt. Am 14. Juli kam auf Kyalami dann P2 im Qualifying und P3 von 15 im GT3-Rennen. Das Feld passte besser zu meinem Niveau. Einen Tag später wurde ich Achter, fuhr aber mit 1:44.547 die schnellere Bestzeit. Allein am Schlussrang hätte man diese Verbesserung nicht gesehen.

Ende Juli bis August · neue Strecken und Suzuka wiedersehenGrundniveau wächst

Nach der Pause kam Watkins Glen: im ersten Online-Rennen 1:49.680, später 1:48.828. Auf dem Nürburgring ging es vom ersten gültigen Kurztraining mit 2:02.7 über drei Rennen bis auf 1:58.857. Das Rating sank dabei, obwohl ich schneller wurde. Die Felder waren stark und ich hatte auch eigene Fehler und Kontakte. Der Schlussrang allein erklärt diese Entwicklung nicht.

Road Atlanta gefiel mir sofort. In ungefähr 25 Minuten Training über zwei Tage fand ich von 1:28.7 zu 1:22.4. Im ersten Rennen waren es 1:22.260. Zweimal verlor ich das Auto an derselben Stelle und musste reparieren. Das Gefühl für die Strecke war gut, die Stabilität beim Bremsen noch nicht.

Auf Suzuka konnte ich erstmals eine bereits gefahrene EVO-Strecke wieder vergleichen: früher 2:08.223 im GT3-Rennen, bei der Rückkehr 2:07.3 gültig im Training. Darüber war ich richtig zufrieden. Gleichzeitig frustrierte mich, wie schnell viele Daily-Fahrer noch waren. Meine Motivation war nicht weg, aber ich merkte: Mit meinen Fortschritten waren auch meine Erwartungen gestiegen.

Woche 5 · EVO, Spa (25. bis 28.06.)2:21.543, stabiler

Spa wurde in dieser Woche zum besten Beispiel für messbare Entwicklung. Am Anfang standen Fuel-Fehler, Schaden, Boxenstart und Dreher. Am Ende stand eine 2:21.543 im Rennen, keine Dreher mehr in der Problemzone und ein klarerer technischer Fokus.

Persönliche Rückschau

Die Woche war nicht voll frei: Bauch, Hitze, Stress und Müdigkeit waren spürbar. Nach Powernaps fühlte ich mich teilweise besser. Den Anteil von Erholung, Übung und Rennbedingungen kann ich daraus nicht einzeln bestimmen.

DatumRennenErgebnisWas dahintersteckt
25.06.Spa GT3 Sprint CupP8 / 16Aus P6 gut gestartet, kurz Richtung P4, dann Schaden, Reparatur ca. 2.5 Min., zurück ans Ende. Trotzdem neue offizielle Bestzeit: 2:23.994.
25.06.Spa Daily RaceP22 / DNFKein reiner Leistungsabfall: Bis Richtung Top 10 gearbeitet, dann in der letzten Runde ohne Fuel stehen geblieben. Daraus entstand der neue Pflichtcheck vor jedem Daily Race.
26.06.Spa Daily RaceP16 / 23Beim Versuch, den Fuel noch zu korrigieren, den Start verpasst und aus der Box los. Danach allein gefahren, zwei Dreher, keine offizielle gültige Bestlap. Prozessfehler, nicht einfach ein schlechtes Rennen.
27.06.Spa Daily RaceP11 / 23Starke erste Runde, zwischenzeitlich weit vorne, dann wiederkehrende Dreher in derselben Zone. Die Fehlerstelle wurde dadurch klar.
28.06.Spa Daily RaceP11 / 25Nach Fremdkontakt im Qualifying und am Start keine Dreher mehr, offizielle Bestlap 2:21.543, +15 Grid Rating, +0.42 Safety Rating.

Der wichtigste Fortschritt war nicht nur die neue Bestzeit. Am 27.06. war die Fehlerstelle klar: Instabilität in bestimmten Kurven, vermutlich verstärkt durch Runterschalten unter Last. Am 28.06. war genau dort kein Dreher mehr dabei. Das ist Lernen, das im Rennen sichtbar wird.

Woche 4 · Umstieg auf Assetto Corsa EVO (18. bis 21.06.)Neustart, +140

Seit dem 18.06. fahre ich vor allem Assetto Corsa EVO. Neue Strecken, neue Autos, eigenes Rating, also wieder von vorne. Der Einstieg war chaotisch, danach kam ein klarer Schritt nach oben.

Persönliche Rückschau

Die hohe Motivation in EVO und gute Vitalwerte fielen mit schnellem Lernen zusammen. Der grosse Sprung kam aber nicht ohne Fehler, sondern durch viele Wiederholungen.

DatumRennenErgebnisRating
18.06.Suzuka, GT3 (erstes EVO-Rennen)P9 / 111960
19.06.Suzuka, GT3P8 / 15+9
21.06.Suzuka, GT3 (Porsche)P10 / 16+140
21.06.Imola, GT2 (erstes Mercedes-Rennen)P8 / 15+2

Das erste Rennen war eine Fehlerkaskade: Ich habe den Start verpasst, weil ich kurz das Fenster schliessen wollte, danach Schaden und Strafe. Lehrreich war, dass emotional ruhig bleiben noch nicht reicht. Der nächste praktische Schritt muss ebenfalls sauber sitzen. Auf Suzuka verbesserte ich meine Zeit Schritt für Schritt von 2:10.8 auf 2:08.2, und das GT3-Rennen am 21.06. brachte mit +140 den grössten Ratingsprung.

Woche 3 · Paul Ricard (16. bis 17.06.)P8, best of the week

Im Regen auf Paul Ricard kam mein bis dahin bestes Liga-Rennen: P8 von 18, fünf Plätze gutgemacht, Rating +22 auf 1144, von Low Fuel Motorsport als „best of the week" markiert. Nach einem schwachen Start war ich bis auf Rang 16 zurückgefallen und habe mich Stück für Stück zurückgearbeitet.

Persönliche Rückschau

Nicht die perfekte Woche, aber genug Ruhe für ein gutes Rennen. Der entscheidende Faktor war, nach dem Rückfall wieder in den Ablauf zu kommen.

Am selben Tag fuhr ich im Training erstmals unter zwei Minuten (1:58.3). Das Rennen am 17.06. lief dann schlecht: schon im Qualifying abgeschossen, danach ein Start aus der Box. Solche Tage gehören dazu.

Woche 2 · Barcelona Sprint (10. bis 13.06.)Tiefpunkt, dann Wende

Vier Sprint-Rennen auf dem Circuit de Catalunya, dazu ein Regenrennen. Hier lag der ELO-Tiefpunkt, und hier kam die Wende.

Persönliche Rückschau

In dieser Woche war vieles noch roh: neues Lenkrad, viel Lernen, wechselnder Fokus. Die Kurve nach oben kam nicht über Perfektion, sondern über Dranbleiben.

DatumErgebnisRennbestzeitRating
10.06.P131:48.755−12
11.06.P161:50.910−21
12.06.P14 (erstes Moza-Rennen, Schaden)1:49.757−11
13.06.P9 (bestes Ergebnis)1:48.252+13
13.06.P19 (Regen, 29 Incidents)1:58.022−22

Das P9-Rennen war der erste Lauf, in dem mein Rating wieder nach oben ging. Dabei habe ich sechs höher eingestufte Fahrer hinter mir gelassen. Das Regenrennen am selben Tag ist das ehrliche Gegenbeispiel: nach einer unfairen Aktion liess der Fokus nach.

Woche 1 · Der Anfang (Anfang Juni)ganz unten gestartet

Meine erste Strecke war Valencia, der Circuit Ricardo Tormo, danach Barcelona. Meine erste Runde dort lag bei rund 1:55, schnelle Referenzfahrer sind etwa 1:42 unterwegs. In den ersten Liga-Rennen wurde ich teilweise komplett überrundet, und mein ELO fiel mit mehreren schwierigen Rennen bis auf 1153. Das war mein Ausgangspunkt, und genau den wollte ich festhalten.

Persönliche Rückschau

Der Körper und Kopf mussten zuerst überhaupt verstehen, was dieses System verlangt. Die ersten Rennen waren deshalb mehr Standortbestimmung als Leistungsbeweis.

Schon hier zeigte sich mein Blickwinkel für schlechte Tage: Ich nehme das tiefere Niveau als neue Baseline und steigere mich von dort wieder, statt mich mit meinem Bestwert zu vergleichen.

Was ich bis hierher mitnehme

Am Red Bull Ring habe ich wieder gespürt, warum mir das Ganze so viel Spass macht: Ich kann mich verbessern, mit anderen mitfahren und nach einem Fehler wieder zurückfinden. Die Wochen davor waren teilweise ernüchternd. Sie gehören genauso dazu. Mein nächster Schritt ist, die schnelleren Runden verlässlicher abzurufen und im Zweikampf genug Reserve zu behalten.

Die wichtigste Erkenntnis bleibt: Das beste Ergebnis entsteht nicht, wenn ich nur das Ergebnis erzwingen will. Es entsteht, wenn ich meinen Einflussbereich sauber nutze: vorbereiten, beobachten, anpassen, nach Rückschlägen neu ansetzen und bis zum Schluss weiter trainieren.

RenndatenSpa-Entwicklung, EVO-Rennen und frühere LFM-Rennen im Detail MethodeDie RFA-Methode: Realitätscheck, Fühlen, Ausrichtung GesundheitWarum ich auch Nervensystem und Erholung beobachte VertiefungAcademy Space für den Transfer in den Alltag

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